Kapitel 3 / Rubrik 1
Otto Schütz
Verfasser: Geschäftsstelle

Otto Schütz – ein Leben im Dienste der Kulinarik

Otto Schütz, geboren im November 1900, prägte die gehobene Kochkunst des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer in Deutschland. Nach Abschluss seiner Lehre 1916 im Kurgarten-Hotel Friedrichshafen sammelte er in Triberg, Stuttgart, Mainz, Zürich und am Bodensee Erfahrungen, bevor ihn Wanderschaft und Engagement als Chef Tournant oder Gardemanger ins Kurhaus Bad Schachen, ins Hotel Baur au Lac Zürich und nach Luxor führten. Sechs Winter arbeitete er in Ägypten, danach war er in München im Regina-Palast, in Chemnitz, Essen und in renommierten Schweizer Häusern wie dem Tarasp-Kurhaus und dem Maloja Palace tätig.

Bereits 1925 gewann Schütz bei der Internationalen Kochkunstausstellung (IKA) in Frankfurt die Große Goldene Medaille, 1929 und 1934 jeweils den Ersten Preis in Kopenhagen sowie das Ehrenkreuz am Bande in Frankfurt. 1930 wurde er Teil der deutschen Nationalmannschaft bei der IKA in Zürich und errang die goldene Medaille im Welt-Championat der Köche. Zwischen 1936 und 1941 leitete er erfolgreich Schulungskurse für Gastwirtsfrauen und betrieb Lehrgänge für Werksverpflegung. Während dieser Zeit legte er seine Meisterprüfung ab und festigte seinen Ruf als Organisator und Kochkünstler.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft kehrte Schütz 1950 ins Park-Hotel „Haus der Wirtschaft“ in Stuttgart zurück und errang bei der Hogafa erneut höchste Auszeichnungen. Ende 1950 übernahm er die Küchenleitung bei den Deutschen Linoleumwerken in Bietigheim. 1956 gründete er die Meistervereinigung Gastronom e.V. in Stuttgart und führte sie bis März 1971 als Vorsitzender. Unter seiner Ägide wuchs sie zu einer bedeutenden Einrichtung zur Nachwuchsförderung und Imagepflege des Kochberufs, mit Kontakten in ganz Europa und Übersee.

Als Leiter der Kochkunstschauen bei „Gastlicher Süden“ und Bundesfachschau etablierte er die „Stuttgarter Linie“ – einen neuen Stil, der Fachkreise nachhaltig beeinflusste. Sein Fachbuch „Die Wirtin kocht selbst“ schloss eine Lücke am Markt und erlebte vier Auflagen. Otto Schütz, Ehrenmitglied im Verband der Köche Deutschlands und beim Kochverein Stuttgart, starb am 15. November 1971, kurz nach seinem 71. Geburtstag. Mit ihm verlor die Kochkunst einen ihrer leidenschaftlichsten Vertreter.

zurück zur Chronik