Kapitel 3 / Rubrik 7
Frauen in der MVG
Verfasser: Volker Krehl

Die Frauen endlich sichtbar machen

Als Ehrenpräsident der Meistervereinigung Gastronom blicke ich mit großer Freude auf die Entwicklung unseres Berufsstands: 1956 war der Küchenmeisterberuf eine reine Männerdomäne, heute zählen zahlreiche Küchenmeisterinnen und Fachfrauen aus allen Bereichen des Gastgewerbes zu unserer Gemeinschaft. Dieses vielfältige Miteinander verdanken wir nicht zuletzt der gesellschaftlichen Entwicklung, moderner Küchentechnik und einem respektvollen Umgangston, die den Weg für Frauen in der Profiküche geebnet haben. Bereits in den Gründungsjahren leisteten Ehefrauen, Schwestern und Töchter im Hintergrund Pionierarbeit: Sie übernahmen administrative Aufgaben, organisierten Personal und Familie und schufen so den nötigen Freiraum für die ersten Küchenmeister, ihre Visionen zu verwirklichen – oft ungeachtet der Anerkennung, die ihnen damals verwehrt blieb. Ihre unverzichtbare Arbeit legte das Fundament, auf dem die MVG heute steht.

Mit dem Wandel unserer Gesellschaft hat sich auch die Zusammensetzung unserer Mitglieder gewandelt: Heute engagieren sich nicht nur Küchenmeisterinnen in leitenden Positionen wie Chef de Partie, Souschef und sogar als Betriebsleiterinnen, sondern auch Fachfrauen aus Bereichen wie dem Hotelfach, der Konditorei und dem Veranstaltungsmanagement bereichern unsere Vereinigung mit ihrer Expertise. Zahlreiche Fortbildungsprogramme und Mentoring-Initiativen der MVG fördern aktiv den Austausch zwischen erfahrenen und angehenden Meisterinnen, was die Qualität und Innovationskraft unserer Gemeinschaft weiter stärkt. Heute engagieren sich zahlreiche aktive (Küchen-)Meisterinnen in der MVG, und obwohl viele weiterhin hinter den Kulissen wirken, sprechen wir längst nicht mehr nur vom „Küchenmeister“. Wir haben erkannt, wie unverzichtbar – ja, überlebensnotwendig – Frauen für das Gedeihen, die Kreativität und den Erfolg unserer Betriebe sind. Indem sie mit Leidenschaft und Können zur Vielfalt und Stärke unserer Gastronomie beitragen, vervollständigen sie das Bild unserer Gemeinschaft.

Gleichzeitig richten wir unseren Blick in die Zukunft: Wir wollen weiter daran arbeiten, Chancengleichheit und Diversität in allen Bereichen zu verankern – sei es durch familienfreundlichere Arbeitszeiten, technische Innovationen oder gezielte Stipendien für Meisterausbildungen. Denn nur gemeinsam, mit Respekt und Anerkennung für alle Beteiligten, können wir das Niveau unseres Handwerks sichern und neue Maßstäbe in der Gastronomie setzen.

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