Kapitel 3 / Rubrik 3
Mitarbeitermangel: Ein Problem, für das es keine einfache Lösung gibt
Verfasser: Mitgliedsbeitrag Chronik Team

Mitarbeitermangel: Ein Problem, für das es keine einfache Lösung gibt

Vor rund drei Dekaden konnte man in den MVG-Mitgliedsbetrieben schon erkennen, dass der „Faktor Mensch“ – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das Wichtigste, aber auch das teuerste Gut in den Betrieben sind.

Schon damals begann sich ein schleichender Mangel bei Fachkräften aller Art bemerkbar zu machen.

Diese wanderten oftmals in andere Branchen oder Firmen ab. Teilweise war dies durch familienfreundlichere Arbeitszeiten begründet, die andere Wirtschaftszweige leichter bieten können als die Freizeitbranche Gasgewerbe.

Auch die im Vergleich zur Industrie und zu einigen Handwerksbranchen begrenzten Entlohnungsmöglichkeiten der mittelständischen Gastronomie und das zeitweise verbesserungsbedürftige Image der gastgewerblichen Berufe spielten eine Rolle.

Der ehemalige Vorsitzende und Ehrenpräsident, Dieter Wägerle, hat die Problematik bereits 1994 in einem sehr offenen Interview erläutert.

Aber auch er konnte keine einfache „Patentlösung“ für die Sorgen und Nöte der MVG-Betriebe bieten.

Wägerle sprach sich im Interview dafür aus, durch viele kleinere Schritte an einer Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit zu arbeiten.

Auch regte er an, dass ausländische Mitarbeitende angeworben werden sollen, um den Personalmangel im Gastgewerbe zu lindern, was heute auch in beachtlichem Umfang geschieht.

Die MVG hat Wägerles Gedanken aufgegriffen und trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, das Bild der gastgewerblichen Berufe in der Öffentlichkeit zu verbessern.

Im Fokus vieler Mitgliedsbetriebe der Meistervereinigung stehen außerdem die Ermöglichung familienfreundlicherer Arbeitszeiten für die Beschäftigten sowie – im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten – eine wettbewerbsfähige Bezahlung.

Eine bedeutende Rolle spielt für die MVG seit jeher auch die Ausbildungsqualität, denn die Ausbildung guter Fachkräfte ist nach wie vor der wichtigste Schlüssel zur Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Als vorläufiges Fazit ist zu nennen, dass es bis heute (2023) keine „Wunderformel“ gibt, um die Personalnöte der gastgewerblichen Betriebe zu beseitigen, zumal diese sich während der Coronakrise 2020 und 2021 weiter verschärft haben.

Dieter Wägerle‘s Gedanke einer kontinuierlichen Arbeit an vielen verschiedenen „Stellschrauben“ zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und damit auch der Personalsituation in den Betrieben ist daher nach wie vor aktuell.

Die Meistervereinigung Gastronom unterstützt ihre Mitglieder als starkes Netzwerk dabei in vielfältiger Weise, z.B. durch die Förderung der Ausbildungsqualität, durch den kollegialen Informationsaustausch zum Thema Mitarbeiterführung und durch die Förderung des Branchenimages und damit auch des Ansehens der gastgewerblichen Berufe.

 

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