Kapitel 3 / Rubrik 4
Vorstellungen zweier unterschiedlicher Küchenmeister für die Zukunft der MVG
Verfasser: Mitgliedsbeitrag Eugen Heubach / Erich Stradinger

Vorstellungen zweier unterschiedlicher Küchenmeister für die Zukunft der MVG

Welchen Weg sollte die Meistervereinigung in Zukunft beschreiten?

Die MVG-Mitglieder Eugen Heubach und Erich Stradinger haben sich darüber Gedanken gemacht und beschreiben hier die Werte und Ziele, die die MVG nach ihren Vorstellungen auf ihrem Weg in die Zukunft leiten sollten.

In der Meistervereinigung Gastronom sind viele Familienbetriebe, die unserer Meinung das ideale betriebliche Umfeld für eine Küchenmeisterausbildung bieten.

Dort sind schon seit mindestens zwei oder mehr Generationen Familien tätig, und stellen mit ihrem Engagement und Einsatz jeden Tag die Gäste aufs Neue zufrieden.

Solche Betriebe sind aus unserer Sicht der „Idealfall“, dort werden Kenntnisse und Wissen in jeder Generation weitergegeben, gleichzeitig aber auch immer die neuesten Trends und Gästewünsche berücksichtigt.

In solchen Familienbetrieben wird verlässliches Wissen vermittelt, und die MVG-Werte werden an die zukünftigen Meister: innen verantwortungsvoll weitergegeben.

Wir haben in diesen Betrieben sehr viel Potenzial für die Zukunft und daraus ist schon, wie bekannt, die eine oder andere Sterneküche entstanden, von diesem Trend profitieren alle in der Branche.

Von dort kommt auch ein Großteil unserer Führungskräfte, die im Ausbildungs- und Prüfungswesen in Baden-Württemberg ihre Spuren hinterlassen und dort direkt ihr großes Wissen und Können zum Einsatz bringen.

Wir sehen dort die Chancen, die handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu bewahren und fachlich fundiert zu erhalten und weiterzugeben. Dort wird noch „richtiges“ Kochen mit klassischen Grundzutaten zelebriert, und es werden nur in geringem Maße Convenience-Produkte eingesetzt.

Industrieware wird nicht verschmäht, kommt aber nur zum Einsatz, wenn die Rahmendaten der Produkte zum Betrieb passen.

Als Beispiel sind die klassische Herstellung von Fonds und Saucen aller Art zu nennen. In diesen Betrieben wird nicht einfach ein „Pulver“ als Ersatz gewählt, sondern es wird auf Produkte zurückgegriffen, die z.T. nicht mehr jeder Auszubildende kennenlernt.

Dasselbe gilt für die Verwendung bzw. Zubereitung von Gemüsen, Kartoffelprodukten, Fleischzuschnitten und weiteren vorgefertigten Produkten.

Wir können uns auch vorstellen, dass die MVG sogenannten „Quereinsteigern“ die Mitgliedschaft ermöglichen könnte/sollte. Auch hier sind viele exzellent kochende Menschen tätig und zeigen täglich mit ihrer Arbeit, wie sie die Gäste verwöhnen.

Das sind dann Köchinnen und Köche, die ohne Titel die Grundlagen und Techniken unseres Berufs beherrschen und auch im High-Level-Segment agieren.

Die Meistervereinigung sollte darüber hinaus in den Medien ihre Alleinstellungsmerkmale stärker zeigen wie:

– Positive Stimmung erzeugen, auch wenn mal wieder negative Medienberichte über die Gastronomie erscheinen. Dazu gehört auch, dass man sich kritisch zu unberechtigten Negativberichten äußert und mit Fakten argumentiert.

– Das Wissen der Meister: innen zeigen, bewerben und vermitteln. Es muss bekannt werden, dass die MVG-Mitglieder nicht nur „erhitzen“, sondern hochwertige Gerichte mit großem handwerklichem Können herstellen

– In meisterlich arbeitenden Betrieben werden überwiegend frische Produkte eingesetzt. Dies hat seinen Preis

– Kooperationen mit anderen Vereinigungen und Verbänden stärken und darauf reflektieren, dass die MVG eine sehr gut aufgestellte Gemeinschaft von (Küchen-)Meister: innen und Meistern ist.

(EH/ES)

 

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