
Warum es Zeit für die Meistervereinigung war
Seit ihrer Gründung im Jahr 1956 steht die Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg für Qualität und Genuss auf höchstem Niveau. Ganz im Sinne ihres Gründungsvaters Otto Schütz bringt sie seitdem Meisterinnen und Meister des Küchenfachs und aller anderen gastgewerblichen Berufe zusammen, die mit Kreativität und Können das Gastgewerbe vertreten und weiterentwickeln.
Die fachliche Exzellenz der Küchenmeisterinnen und -meister war jedoch nicht immer so anerkannt wie heute. Diese Erfahrung musste auch Otto Schütz machen, als er 1950 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte und seine Arbeit als Küchenchef in verschiedenen Brigaden wieder aufnahm. Ihm missfiel, dass die Hoteliers und Gastronomen ihn und seine Kollegen überwiegend mit geringer Wertschätzung bedachten und ihre Arbeit wenig Anerkennung fand, obwohl sie für den Erfolg ihrer jeweiligen Häuser entscheidend war. Diesem Missstand konnten die Küchenchefs jedoch allein wenig entgegensetzen.
Im Herbst 1956 scharte Otto Schütz daher 30 Kollegen um sich und gründete die Meistervereinigung Gastronom Stuttgart e.V. Mit der Vereinigung wollte er — nach dem Vorbild des renommierten Cercle des Chefs de Cuisine Berne — dem Kochberuf mehr Gewicht und Anerkennung verleihen. Von Anfang an war Otto Schütz dabei bewusst, dass dieses Vorhaben nur durch eine nachhaltige Förderung auch der nachfolgenden Generationen von Küchenmeisterinnen und -meistern gelingen würde. Aus diesem Grund begründete er mit den Meisterkursen eine Tradition, die die Arbeit der Meistervereinigung bis heute prägt.
Die Meistervereinigung hat den baden-württembergischen Küchenmeisterinnen und -meistern aber nicht nur innerhalb der Landesgrenzen eine Stimme gegeben, sondern sie auch weit darüber hinaus bekannt gemacht. Beispielhaft hierfür steht die Kochkunstausstellung „Gastlicher Süden”, die durch Otto Schütz ein jahrzehntelanger Erfolg wurde, welcher sich heute in der Messe Intergastra fortsetzt. All dies sind nur wenige Beispiele für die zahlreichen und wichtigen Aufgaben, die die Meistervereinigung für ihre Mitglieder wie auch für die Region wahrnimmt.
Wer auf die Geschichte der Meistervereinigung zurückblickt, erkennt, dass nicht nur die Meistervereinigung Baden-Württemberg geprägt hat, sondern auch Baden-Württemberg die Meistervereinigung. Stets wurden Tradition und Innovation zusammen gedacht und Herausforderungen mit Einfallsreichtum und preisgekrönter Handwerkskunst gemeistert.
Baden-Württemberg kann stolz sein auf diese in Deutschland einzigartige Institution und auf seine vielseitige gastronomische Landschaft auf Spitzenniveau. In diesem Sinne wünsche ich der Meistervereinigung als erster Ehrenvorsitzender und stetiger Begleiter eine immer für den Berufsstand positive und weiterführende Zukunft.